Auf Stellensuche?


Vielleicht finden Sie hier

das Passende für sich.

Unsere pädagogischen Grundlagen

Auszüge aus unserer Konzeption

Die Krippe als Bildungseinrichtung


„Pädagogik, Psychologie und in neuerer Zeit die Gehirnforschung nehmen die frühe Kindheit als wohl lernintensivste Zeit in den Blick und zeigen die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen auf. Kinder ernst nehmen heißt ihre Bildungsprozesse individuell zu begleiten. Diese sensible Begleitung ist für jedes Kind in den individuell sehr unterschiedlichen Entwicklungsverläufen zu jeder Zeit wichtig. Sie ist auch eine wichtige Grundlage für […] lebenslanges Lernen und somit Fundament der Bildung schlechthin.“ 


Orientierungsplan Ba-Wü, 2007, S.7-8


Unsere Aufgabe besteht in der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kleinkindern. Hierbei steht das Wort „Bildung“ keinesfalls willkürlich an erster Stelle. Mit Hilfe der speziell auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmten Räumlichkeiten und der einfühlsamen und geduldigen Begleitung des Fachpersonals besteht unser Ziel darin, eine anregende Umwelt für die Kinder zu schaffen, in der sie vor allem auf eigene Faust ihre Umwelt kennen lernen und in sich aufnehmen können.


Bildung bedeutet für uns jedoch nicht, bereits mit zwei Jahren bis 20 zählen oder alle Farben richtig benennen zu können. Bildung bedeutet, im Kleinkindalter eigenständig die Welt mit allen Sinnen und dem ganzen Körper erforschen zu dürfen. Unser Wunsch ist es, den Kindern in einer sicheren und liebevollen Umgebung die Möglichkeit zu bieten, ihr eigenes Handeln und die daraus resultierenden Ergebnisse zu erforschen. Dieses ganzheitliche Lernen ermöglicht den Kindern Vertrauen in sich und in ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Sie lernen, selbstbewusst mit ihrem Körper und ihrem Können umzugehen, und schaffen somit eine solide Basis, die für jegliches spätere Lernen hilfreich ist.

Die Rolle der Erzieherin


Unser Miteinander ist geprägt von einem wertschätzenden und respektvollen Umgang.


Unsere Aufgabe ist es, die Kinder zu unterstützen, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten und dabei eine abwartende, be(ob)achtende Haltung einzunehmen. Daraus ergibt sich, dass die Kinder gemeinsam mit uns ihre Lernumgebung gestalten. Darin können sie als Forscher und Entdecker ihre Lernprozesse aktiv voranbringen.


Wir sind verlässliche Bildungspartner, die zum einen die Kinder in ihren individuellen Interessen und Themen begleiten, zum anderen jedoch auch Themenbereiche an die Kinder herantragen und diese gemeinsam mit ihnen erschließen.


Wir sind Vorbilder für die Kinder und als solche auch authentisch handelnd. Dies beinhaltet auch, dass wir den Kindern Grenzen setzen. Durch diese Authentizität und mit Hilfe fester Strukturen und Rituale bieten wir den Kindern Sicherheit, Geborgenheit und Orientierung in unserem Krippenalltag.


Unsere Aufmerksamkeit endet jedoch nicht bei den Kindern, wir sehen uns als familienergänzende Partner und sind daher stets bemüht, im engen Kontakt mit den Eltern aller Kinder zu sein. Wir schätzen jedes Elternteil als Experten seines Kindes und freuen uns, sie als Familie eine Weile in ihrem Leben begleiten zu dürfen.

Der Raum als dritter Erzieher


Pädagogische Räume sind Bildungsräume. Kinder brauchen Bewegung, um sich bilden zu können. Sie müssen ihre Umwelt mit all ihren Sinnen wahrnehmen, um voll aus ihr schöpfen und lernen zu können. In einigen pädagogischen Ansätzen wie zum Beispiel in der Reggio-Pädagogik spielt die Raumgestaltung eine wichtige Rolle.


Wir orientieren uns in der pädagogischen Raumgestaltung am Konzept von Angelika von der Beek.Sie vereint in ihrem Konzept Aspekte aus Emmi Piklers Raumkonzept, der Reggio-Pädagogik und den Erkenntnissen der Early Excellence Centers. Unsere Einrichtung möchte sich an den Ideen und Gestaltungsvorschlägen von von der Beek orientieren und den Kindern die Räume so anregungsreich wie möglich gestalten. So muss ein Bildungsraum nach diesem Verständnis oft ganz unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden wie z.B. Geborgenheit bieten und zugleich eine gewisse Freiheit zur Bewegung lassen. Ein solcher Raum, in dem Kinder sich sicher und geborgen, aber auch frei fühlen können, muss ihnen bieten, „was [sie besonders in den ersten drei Lebensjahren] brauchen, und zwar [etwas] für alle Sinne – Tasten, Gleichgewicht und Bewegung, Geruch und Geschmack, Sehen und Hören“. 


vgl. Beek, von der, Angelika: Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei. Weimar, Berlin: Verlag das netz, 2008 (3. Aufl.), S. 50.

Partizipation von Kleinkindern


Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität, durch Temperament, Anlagen, Stärken, Eigeninitiative und Entwicklungstempo. Durch unsere einfühlsame und beobachtende Haltung begleiten und unterstützen wir jedes Kind beim individuellen Begreifen und Erforschen seiner Welt.


Was bedeutet Partizipation für uns?


Partizipation findet bei uns täglich in vielen kleinen Alltagssituationen statt. Hier ermutigen und ermöglichen wir den Kindern, ihre Interessen, Meinungen, ihr Unwohlsein, ihre Wünsche etc. auszudrücken bzw. zu zeigen. Das bedeutet für uns, dass die Kinder sich an unserem Alltagsgeschehen aktiv beteiligen und mitwirken können. Im täglichen Umgang übt das Kind somit, eigene Entscheidungen zu treffen:


  • Aktives Mitwirken beim Essen (Wie viel esse ich? Welche angebotenen Zutaten esse ich? Wie viel/oft schöpfe ich mir?)
  • Ideenvorschläge für Spiele oder Lieder im Morgenkreis
  • Gestaltung des eigenen Spiels (Mit wem spiele ich? Was und wie lange spiele ich? Wo spiele ich?)
  • Teilnahme an Angeboten
  • Zielideen für Spaziergänge
  • Mithilfe und Mitgestaltung der Pflege- und Alltagsituationen 
  • und vieles mehr


So erfahren die Kinder bereits im jüngsten Alter, dass uns ihre Meinungen, Gefühle und Bedürfnisse wichtig sind und wir sie darin unterstützen wollen. Diese Erfahrungen stärken das Selbstbewusstsein und das Gefühl für Selbstwirksamkeit der Kinder, welche wichtig für die Identitätsentwicklung der Kleinsten sind.




© Sonnenkäfer e.V. 2014